Konsequenzen von Bio-Fleisch und „Tierschutz“-Labels

Die Ideologie der „artgerechten“- oder „Bio-Haltung“

Auch in der „Bio-Haltung“ oder in Betrieben mit „Tierschutz“-Label sind die Produktionsabläufe an ökonomischen Prinzipien orientiert – mit bedeutsamen Konsequenzen für die dort ausgebeuteten Individuen. Die einzelnen Bedürfnisse von Tieren zählen nicht, sie sind der Erwirtschaftung maximalen Profits untergeordnet. So erweist sich sog. „Bio-Fleisch“ bei genauerer Betrachtung als ein ideologisches Konstrukt der Fleischindustrie und auch des Tierschutzes: Die grundlegenden Mechanismen der „Bio-Haltung“ oder Haltung um dem „Tierschutz“-Label zu genügen, sind die gleichen wie bei einer normalen „Haltung“: Auch hier werden Tiere zur Ware und zum Produktionsmittel funktionalisiert. Auch hier werden sie ihrer Freiheit und Individualität beraubt und am Ende ihres kurzen Lebens gewaltsam umgebracht.

Argumentationsfiguren wie die der „artgerechten Haltung“ oder der „humanen Schlachtung“ erweisen sich dabei als Rechtfertigungsstrategien, welche die Gewalthandlungen an Tieren, ihre Einsperrung und Tötung durch die Verharmlosung der Gewalt legitimieren sollen. Beide stellen Widersprüche in sich dar, denn eine „Haltung“, also die gewaltsame Einschränkung der individuellen Freiheit, kann niemals „artgerecht“ sein. Ebenso ist die Idee der „humanen“ Ermordung absurd. Ein Tier zu schlachten ist und bleibt Gewalt und somit in keiner Weise legitimierbar.

Mit der Benennung von Tieren als „Nutztier“ oder „Schlachtvieh“ wird die Existenz von Tieren und ihr Ausbeutungszweck bereits festgeschrieben. Derartige Bezeichnungen rufen den Anschein hervor, dass „Tiere doch dafür da sind“, um zu Objekten degradiert, eingesperrt, ausgebeutet und schlussendlich ermordet zu werden. Dieser Zustand wirkt natürlich und unveränderbar, ist jedoch nichts anderes als das Resultat des menschlichen Handelns es hat sich gesellschaftlich entwickelt und lässt sich ebenso überwinden.

Indem “Bio-Haltung” und “Tierschutz”-Labels dem Konsumenten vorgaukeln, es sei aus ethischer Sicht legitim Tiere auszubeuten und zu essen, solange es ihnen vor ihrem Tod „gut“ ergehe (was in der Realität nicht zutrifft), neigen Konsumenten dazu, nicht weiter über ihr Handeln nachzudenken und sich stattdessen auf diese vermeindlich “artgerechten” Haltungsformen zu berufen, wenn sie mit den Konsequenzen ihres Fleischkonsums konfrontiert werden. Während “Tierschutz”-Label suggerieren Tiere zu „schützen“ und die “Bio-Haltung” vorgibt Tiere müssten in der “Bio-Industrie” nicht leiden, führt diese Art des Fleisch-Marketings dazu, dass einige KonsumentInnen weiterhin nicht auf Fleisch verzichten und somit immer noch Tiere für ihre Zwecke ausgebeutet und ermordet werden.

Die Überwindung der Unterdrückung von Tieren, also ein Ende der systematischen körperlichen und psychischen Verletzungen an ihnen durch Menschen, sollte grundlegendes Merkmal einer freien und solidarischen Gesellschaft sein.

Weitere Infos:

- Die Bio-Lüge

- Tierschutzbund-Fleischlabel in der Kritik